Veröffentlicht auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks im Mai 2003:
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Aktuelle Inzenierungen des Bamberger Marionettentheaters Loose:

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Großes Theater auf kleiner Bühne

Mit seinen 31 Plätzen ist das Bamberger Marionettentheater Loose zwar das kleinste Theater in Bayern - aber oho. Nun feiert es ein doppeltes Jubiliäum: das 40-jährige Bestehen der Bühne in ihrer jetzigen Form und den 75. Geburtstag seines Prinzipals Klaus Loose.

Marionetten © BR Die Bühne ist zwar nur 60 Zentimeter breit und die Schauspieler sind aus Holz, doch ob Shakespeare-Drama oder Mozart-Oper, im Puppentheater geht es alles andere als hölzern zu: Auf den weltbedeutenden Brettern wird großes Schauspiel "en miniature" geboten. Klaus Loose hat das Theater einst auf einem Berliner Flohmarkt entdeckt: "Es war wie der Fund einer Blauen Mauritius", sagt er heute. Der Originalaufbau stammt aus dem Jahr 1821. Theaterchef Loose und seine Mitarbeiter geben darauf klassische Schauspiele und Opern zum Besten, wie sie Anfang des 19. Jahrhunderts in den großen Häusern Deutschlands auf dem Programm standen. Damals galt für Marionetten- wie für Menschen-Theater der gleiche Spielplan. Allerdings konnten sich nur wenige den teuren Eintritt für das "richtige" Theater leisten und besuchten deshalb die billigeren Marionetten-Bühnen.

 
Fotogalerie
zur Fotogaleriezur Fotogaleriezur Fotogalerie Viel Arbeit mit den kleinen Figuren.
Bis zur Aufführung ist noch jede Menge zu tun.
 

Tradition, Details und Technik

TV-Tipp
Mehr zum Bamberger Marionettentheater am Sonntag ab 18.05 Uhr in der Frankenschau.
Die detailreiche Dekoration stammt entweder original aus der Zeit um 1800 oder sie wurde nach den Entwürfen zeitgenössischer Bühnenbildner liebevoll neu gemalt. Darum kümmert sich der gelernte Bühnenbildner Klaus Loose in der hauseigenen Werkstatt persönlich. Neben alter ist auch viel neue Technik im Einsatz. Die aufwändige Lichtanlage verleiht der Minibühne die richtige Atmosphäre. Und im Boden ist wie in großen Schauspielhäusern ein Bühnenaufzug eingebaut, auf der beispielsweise die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte empor fährt. Die Stimmen der Puppen kommen übrigens von echten Schauspielern, allerdings vom Band, wie auch sämtliche Geräusch-Effekte.
 

"Die Inszenierung beginnt im Foyer"

Loose weiß seine Gäste zu fesseln. Sobald sie den ersten Fuß in sein Domizil setzen, beginnt die Vergangenheit: "Die Inszenierung beginnt im Foyer. Bei uns ist alles eingebettet in die Epoche, die wir spielen. Wir haben das große Glück, dass wir in einem Barock-Palais residieren, das nur 20 Jahre älter ist als das Theater selbst." 
 
Klaus Loose über sein Marionettentheater:
Klaus Loose © BR "Wir betrachten diese kostbare Bühne als ein Instrument, um mit den Figuren darauf das große, das menschliche Theater der deutschen Klassik und Romantik lebendig wieder aufleben zu lassen - in allem: in Maske, in Kostümen, Ausstattung und Beleuchtung und in Regie. So, wie die Menschen das damals, als E.T.A. Hoffmann und Goethe noch lebten, auf den großen Bühnen sehen konnten."

InfoMehr Informationen und eine komplette Spielplan-Übersicht auf den Seiten des Bamberger Marionettentheaters Loose
  • Quelle: Treffpunkt Franken
 
 
Stand: 23.5.2003
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