Repertoire
Das Repertoire umfasst in erster Linie Stücke, die der Zeit der Bühne entsprechen oder zu ihrem Repertoire vor 200 Jahren gehört haben, also Stücke der Klassik und Romantik oder barocke Volksschauspiele. So sind bei uns Opern wie Wolfgang Amadeus Mozarts ‚Die Zauberflöte‘, Richard Wagners ‚Der fliegende Holländer‘ oder Carl Maria von Webers ‚Der Freischütz‘ ebenso zu sehen wie das Volksschauspiel ‚Doctor Johannes Faust‘, das seinerzeit Goethe selbst zu seiner Tragödie in zwei Teilen inspiriert haben soll.
Zum Repertoire gehören auch Stücke aus der Zeit um 1800, etwa Kleists Ritterdrama ‚Das Käthchen von Heilbronn‘ oder Bühnenbearbeitungen von Erzählungen E.T.A. Hoffmanns ‚Der Sandmann‘ und ‚Der goldne Topf‘, war dieser doch ein bedeutender Gast dieser Stadt.
Unsere Nachmittagsvorstellungen sind etwas kürzer und perfekt für jüngere Besucher, da gibt es etwa das Märchen ‚Hänsel und Gretel‘ nach der gleichnamigen Oper von Engelbert Humperdinck oder ‚Dorn-Röschen‘.
Da vor 200 Jahren kein gesondertes Kinderprogramm geboten wurde, sind auch unsere Stücke weitgehend für alle gedacht. Kinder sind in den Opern und Schauspielen ebenso willkommen wie Erwachsene in den Märchenvorstellungen.
Dorn-Röschen
Märchenspiel in Anlehnung an die Brüder Grimm von Marec Béla Steffens;
♪♫ Da kam die böse Fee herein, Fee herein, Fee herein,
♬♬ Da kam die böse Fee herein, Fee herein.
Eingeladen hatte man sie natürlich nicht. Ist aber auch zu ärgerlich, wenn man mit seinen goldenen Tellern protzen will, aber einen zu wenig hat, um alle dreizehn Feen aus dem ganzen Königreich einzuladen und sie standesgemäß zu bewirten. Da wird die nicht eingeladene Fee nun erst richtig böse. Und verwünscht das schöne Kind, dessen Taufe am Königshof so groß gefeiert wird. An einer Spindel soll sich die Prinzessin totstechen. Das will der König natürlich verhindern. Alle Spindeln im gesamten Reich läßt er zerstören, zerhacken und verbrennen! Aber so einfach gibt sich so eine böse Fee nicht geschlagen. Fast fünfzehn Jahre sind vergangen, da ist sie plötzlich da: mit Spinnrad und Spindel. Und Prinzessin Dornröschen wird lange warten müssen, ob ein Prinz kommt und sie mit einem Kuß erlöst. Doch wenn der Prinz kommt, was findet er dann? Lauter Schnarchzapfen! Und einer von den Brüdern Grimm, die in der Rahmenhandlung selbst auftreten, verliert dabei seine Hose – zur Freude von Wachtmeister Krause.
Dornröschen ist eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm. Eigens für das Bamberger Marionettentheater hat Marec Béla Steffens, Autor von märchenhaften Büchern und Operntexten, eine neue Textfassung geschrieben (mehr über ihn auf www.maerchenkater.de).
„Meine Hände hielten das Buch fest: die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm … Ich konnte noch nicht lesen. Aber ich wußte, ich umschloß meine Welt, bedeutsamer als die Wirklichkeit, die mich umstellte.“ Wolfgang Koeppen
Spieldauer | 45 Minuten |
Spielpause | keine |
Altersempfehlung | ab 5 Jahren |
Sprecher: Ursula Gumbsch, Stephan Bach, Therese Frosch, Hans-Günter Brünker, Micha Tomis, Mitglieder der Domkantorei, Lea Sebald
Ton und Aufnahme: Jürgen Hanelt
Musik: Franz Tröger
Requisiten: Albrecht Nicklas - Kunsthandel Wenzel
Marionetten: Bamberger Marionettentheater
Kostüme und Schneiderarbeiten: Margit Müller
Fotos: Lea Sebald
Inszenierung / Bühnenbild: Maria Sebald

Altersempfehlung
Die Altersempfehlungen zu den Stücken beziehen sich allein auf die Inhalte der Stücke. Die Entscheidung liegt bei den Erziehungsberechtigten, ob dem Kind die Dauer der Stücke und die Uhrzeit der Vorstellung zuzumuten ist.
Ein Blick hinter die Kulissen
Ein Blick hinter die Kulissen – ein Angebot, das nach jeder Vorstellung gerne wahrgenommen wird – bietet Interessierten einen Einblick in die alte Spielkultur und die moderne Technik unserer Puppenbühne, die den Vergleich mit einer großen Bühne nicht scheuen muss.
Papiertheater
Das Papiertheater stellt eine besondere Form des Figurentheaters dar, in der die Figuren in Form und Bewegung stark reduziert sind. Dies drückt sich vor allem in Ihrer eingeschränkten Bewegung aus, lediglich ein Schieben, maximal ein Drehen ist möglich, jede unterstützende Gestik mit den Extremitäten entfällt.
Ursprünglich auf Karton, sind unsere Figuren auf dünnes Sperrholz gemalt. Alle Drehbewegungen und, in wenigen Fällen das Aufstehen, werden durch eine ausgeklügelte Mechanik ermöglicht.
Interessanterweise wird die Reduktion der Figuren vom Zuschauer nur kurzzeitig, zu Beginn wahrgenommen und wirkt nicht störend. Im Gegenteil, die Konzentration auf das gesprochene Wort wird leichter, das Spiel tritt somit zu Gunsten des Dialoges in den Hintergrund. Diese Form des Figurentheaters wird leider nur noch von wenigen Bühnen gepflegt.

Ein Blick hinter die Kulissen
Nach jeder Vorstellung ist das Publikum eingeladen, einen Blick in den Bühnenraum zu werfen. Ensemblemitglieder geben hier gerne Auskunft zu Marionetten, Kulissen, Beleuchtung oder den Spezialeffekten. Wer möchte, kann hier tiefer in die Welt der Marionettenbühne eintauchen.
Alle notwendigen Informationen erhalten Sie direkt von der Theaterleitung.
Marionettentheater Bamberg, Theaterleitung
Dr. Marta Famula
„Staubsches Haus“
Untere Sandstraße 30
96049 Bamberg
Tel.: +49 (0) 951 67600
E-Mail: info@bamberger-marionettentheater.de